Mundo de ficçãoIniciar sessãoLivy Clarke ist ein hässliches Entlein, gefangen in einer arrangierten Ehe. Als sie jedoch herausfindet, dass alles nur eine einzige Farce war, bleibt ihr keine andere Wahl, als zu fliehen … Ohne einen Cent in der Tasche, völlig auf sich allein gestellt und mit einem ungeborenen Kind unter dem Herzen, dessen Vaterschaft ihr Ex-Mann vehement abstreitet, nimmt sie eine Stelle bei einem unnahbaren CEO mit einer düsteren Vergangenheit an. Sich in ihn zu verlieben, ist ein fataler Fehler. Ihm von der Schwangerschaft zu erzählen, ist schlichtweg gefährlich. Doch sich neu zu erfinden, als atemberaubende Frau zurückzukehren und Rache für all ihr erlittenes Leid zu üben – das ist die einzig richtige Entscheidung!
Ler maisLivy Clarke
Hässlich! Genau so fühlte ich mich in meinem viel zu engen Abendkleid. Während ich die tanzenden Paare beobachtete, verfluchte ich mein eigenes Schicksal. Ich war schon immer vom Pech verfolgt – ohne Geld, ohne Klasse und ohne Schönheit. Dass ich dazu gedrängt wurde, den Lieblingssohn und Erben des Holloway-Imperiums zu heiraten, wirkte anfangs wie ein Geschenk des Himmels, doch es hatte sich für mich in einen wahrhaftigen Albtraum verwandelt.
Mein Blick glitt über die Festgesellschaft, auf der Suche nach dem Mann, den ich liebte und so sehr verehrte. Ich fühlte mich vollkommen einsam, obwohl der schwere Ring an meinem Finger unübersehbar meinen Status als Ehefrau verriet.
Während ich umherging und dabei unweigerlich meinen runden Babybauch vor mir her trug, hörten die Frauen um mich herum nicht auf, über mich zu tuscheln und zu flüstern. Ich sah genau den Moment, in dem eine von ihnen spöttisch auflachte.
„Wie konnte er nur?“, zischelte sie.
„Daren ist wirklich ein eigenartiger Mann. Aber dass er auf sowas steht … Kaum zu glauben!“, pflichtete ihr eine andere bei.
Meine Schwangerschaft im fast sechsten Monat und eine lähmende Nervosität hielten mich davon ab, sie zur Rede zu stellen.
„Livy Holloway!“, rief plötzlich eine der Frauen nach mir.
Ich überlegte fieberhaft, ob mir noch Zeit zur Flucht blieb, doch sie waren schon unfassbar nah und hakten sich geradezu bei mir unter. Ich zwang mir ein steifes Lächeln aufs Gesicht und antwortete: „Hallo, Maila.“
„Ich muss dich mal was fragen.“
„Schieß los.“
„Wie hast du es eigentlich geschafft, Daren zu heiraten?“
Ich sah sie kühl an. Meine Stirn legte sich in Falten, und ich versuchte immer noch zu begreifen, woher sie diese Dreistigkeit nahm. „Wie bitte?“
„Das ist hier die Millionen-Dollar-Frage, Schätzchen!“
„Wir haben es alle bei ihm versucht. Wir wollen alle wissen, wie du ihn rumgekriegt hast. Liegt es am Sex?“
Sex … Der bloße Gedanke daran schmeckte bitter. Ich hatte in unserer gesamten Ehe nur ein einziges Mal mit meinem Mann geschlafen. Daren behauptete stets, er wolle dem Baby nicht wehtun, obwohl die Ärzte uns versichert hatten, dass es absolut unbedenklich sei.
„Ich habe überhaupt nichts gemacht. Ich bin völlig unberührt in die Ehe gegangen!“
Einer der Frauen klappte förmlich die Kinnlade herunter. „Schwer vorstellbar.“
„Dass ich als Jungfrau geheiratet habe?“
„Dass ausgerechnet Daren dich wollte. Das ergibt keinen Sinn. Also, Daren und …“
Ich riss meinen Arm los und entzog mich dem Griff dieser versnobten Weiber. „Ich mag vielleicht keine Schönheit sein, aber er hat nun mal mich geheiratet.“
„Und ich frage mich, ob er damit glücklich ist.“ Maila kaute auf ihrem spitz zulaufenden Fingernagel, während ein süffisantes Lächeln auf ihren vollen, rot geschminkten Lippen erschien.
„Natürlich. Ich meine, er hat eine Frau, die ihn respektiert, und er wird bald Vater.“ Ich glaubte meinen eigenen Worten kaum.
„Ich weiß nicht so recht … Dieses Dinner zu Ehren des verstorbenen Mr. Holloway, und das so kurz nach seinem Tod … Kommt dir das nicht seltsam vor, Livy?“ Sie kostete meinen Namen auf eine merkwürdige, abfällige Art und Weise aus.
Eine Gänsehaut überzog meinen Körper, und zum ersten Mal beschlich mich das Gefühl, dass sie mehr wusste, als sie zugab. Vielleicht hatte die plötzliche Abwesenheit meines Mannes an diesem Abend ja etwas mit ihren Andeutungen zu tun.
„Was weißt du?“, hakte ich nach.
Die Frau lächelte nur. „Bald werden es alle wissen. Hab doch ein bisschen Geduld!“
Ich stand da, als wäre die Zeit stehen geblieben, und starrte sie an. Meine schweißnassen Hände strichen nervös über meinen Bauch, und ich zitterte bei dem Gedanken, dass mein Baby all die Verzweiflung und Unsicherheit spüren könnte, die in mir tobten. Als die Scheinwerfer angingen, versuchte ich, mich abzulenken, und drängte mich näher an die Bühne. Ein großes Foto meines Schwiegervaters prangte dort zu seinen Ehren – doch es wurde von dem Bild meines Mannes noch übertroffen. Ich hätte merken müssen, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte. Ich hätte diesen Ort der Hölle von Anfang an verlassen sollen.
„Guten Abend!“ Daren betrat die Bühne und hob die Hände, als würde er den Applaus wie einen Tribut fordern. Mit seiner außergewöhnlichen, fast unverschämten Schönheit zog er sofort die Blicke sämtlicher Frauen im Saal auf sich. „Wir sind heute Abend hier zusammengekommen, um dem Inhaber des Holloway-Imperiums und nicht zuletzt meinem Vater unseren bescheidenen Tribut zu zollen!“ Daren legte eine Kunstpause ein, um den Applaus des Publikums genüsslich in sich aufzusaugen.
Mein Blick klebte förmlich an dem Mann, den ich liebte. Ich verstand selbst nicht, warum ich ihn noch abgöttischer verehrte als all die Frauen hinter mir. Als seine Augen schließlich die meinen fanden, strahlte ich vor Glück, und eine Welle der Erleichterung durchflutete meinen Körper. Meine Hände lösten sich von meinem Bauch und stimmten ebenfalls in den Applaus ein.
„Es ist mir eine große Ehre, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass ich der neue CEO der Holloway Industries werde!“ Weiterer Applaus brandete auf, und da stand er, sichtlich stolz auf sich selbst. „Ich möchte Ihnen allen für Ihre Unterstützung danken. Ohne Sie an meiner Seite hätte ich das niemals geschafft.“
Und dann sah Daren mich direkt an. Ich erlebte den perfekten Moment, in dem sich unsere Blicke kreuzten, und konnte mein Lächeln nicht länger zurückhalten. Alle hatten angezweifelt, dass eine arrangierte Ehe zwischen einem begehrten Junggesellen und einer unscheinbaren, mittellosen Frau funktionieren könnte – doch nun würden wir Eltern werden und wir waren glücklich.
Daren hob eine Hand, als bäte er um einen Moment der Stille. Er sah mich mit einem verführerischen Lächeln an und fuhr fort: „Natürlich bin ich überglücklich. Ich muss gestehen, ich hätte mir nie erträumen lassen, eine derart starke Frau an meiner Seite zu haben – eine Frau, die mir die nötige Kraft gibt, diesen steinigen Weg, der vor mir liegt, zu bestreiten.“ Daren sah mich ein letztes Mal intensiv an, bevor er den Blickkontakt brach. „Deshalb bitte ich dich nun, zu mir auf die Bühne zu kommen, mein Schatz.“
Ich war wie erstarrt. Daren wusste genau, wie schüchtern ich war, doch ich würde ihn in einem derart wichtigen Moment niemals enttäuschen. Ich setzte mich in Bewegung, in Richtung der Bühne, doch dann blieb ich abrupt stehen. Es fühlte sich an, als würde jeder einzelne Muskel in meinem Körper schmerzen, und für einen schrecklichen Moment kam es mir so vor, als würde mein Baby darum flehen, meinen Körper zu verlassen.
„Maila! Komm zu mir, mein Schatz.“
Die Leute applaudierten frenetisch weiter. Es war, als ob jeder im Saal Bescheid wusste – außer mir.
Der Boden schien unter meinen Füßen nachzugeben, und mir lief es eiskalt den Rücken herunter. Ich versuchte verzweifelt, den Blick von dem Paar abzuwenden, das sich vor versammelter Mannschaft leidenschaftlich küsste. Mir wurde furchtbar schwindelig, und alles vor meinen Augen verschwamm. Vielleicht sollte ich sogar dankbar dafür sein; zumindest musste ich mir dieses Bild nun nicht länger ansehen.
Hardin HollowayIch hielt meinen Blick starr auf den Bildschirm gerichtet, während ich mir weiterhin die Informationen am Telefon anhörte. Nach außen hin ließ ich mir nicht die geringste Schwäche oder Trauer anmerken, doch innerlich hätte ich am liebsten das gesamte Büro kurz und klein geschlagen.Als ich das Gespräch endlich beendete, rief ich meine Assistentin an. „Miss Clarke.“„Sir?“ Zum ersten Mal überhaupt klang ihre Stimme in meinen Ohren unfassbar nervtötend. Mir war vorher nie in den Sinn gekommen, wie sehr ich es eigentlich genossen hatte, sie zu hören.„Kommen Sie sofort in mein Büro. Auf der Stelle!“Ich wartete etwa vierzig Sekunden, bis sie die Tür öffnete. Sie stand da, klammerte sich an den Türrahmen und sah mich mit diesem verwirrten, unschuldigen Blick an. Doch ich sah in ihr längst kein harmloses Wesen mehr, das unfähig war, mich zu hintergehen. Ich sah in ihr niemanden mehr, dem ich mein Leben anvertrauen konnte. Verdammt noch mal, dieses Unternehmen war mein Ein u
Livy ClarkeAls ich am nächsten Morgen erwachte, taten mir die Knochen mehr weh als üblich. In genau zwei Tagen würde ich mein Gehalt bekommen, und ich wusste nur zu gut, wofür ich es verwenden musste. Die Mahnungen flatterten immer pünktlich um halb acht ins Haus. Wie ein Uhrwerk … Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich spät dran war.Ich schnappte mir meine Handtasche und rannte wie eine Verrückte los. Der Bus ließ mich direkt vor der Firma heraus, und ich bemerkte die spöttischen Blicke der Leute. Sie alle besaßen Autos, eigene Häuser und trugen teure Kleidung, während mir nichts anderes blieb als ein Baby im Bauch, das unaufhörlich strampelte.Ich betrat den Aufzug und war bereits schweißgebadet. Mr. Hardin räusperte sich im hinteren Teil der Kabine und verriet damit seine Anwesenheit, direkt neben Mr. Eliot. Tiefe Augenringe prägten heute sein Gesicht. Es kam selten vor, dass Mr. Hardin weniger wie ein griechischer Gott aussah, doch in diesem Moment wirkte er, als hätte er k
Hardin HollowaySeit diesem unseligen Vorfall mit Maila hatte ich begonnen, die Überwachungskameras in jedem Winkel meines Gebäudes im Auge zu behalten. Mir war vollkommen bewusst, wie bizarr und makaber es war, meine eigenen Angestellten zu beobachten. Ich versuchte zwar, ihre Privatsphäre so gut es ging zu wahren, aber diese Situation erforderte ein Eingreifen. Ich musste einfach begreifen, was mit Miss Clarke los war, bevor ich noch den Verstand verlor, nur weil ich an sie dachte. Diese Frau war nun wirklich nicht die Art von Bild, das ein Mann über längere Zeit in seinem Kopf behalten wollte.Ich schaltete meinen Computer ein und starrte auf die Bilder auf dem Bildschirm. Tage über Tage an Aufnahmen, die ich in einer völlig unvernünftigen Geschwindigkeit abspielte. Das Video lief im schnellen Vorlauf und ließ die arme Assistentin noch seltsamer wirken, als sie ohnehin schon war. Die Art, wie sie leicht gebückt watschelte, wie ein Pinguin. Wie sie ständig von einem Ort zum anderen
Hardin HollowayIch erstarrte bei dem Anblick, der sich mir bot. Ich beobachtete sie aufmerksam und wartete auf irgendein Lebenszeichen. „Miss Clarke?“, rief ich. Wieder keine Reaktion. Sie rührte sich nicht einmal, während ich einfach nur dastand und auf eine Erklärung wartete. Was machte sie schlafend in meinem Sessel, während ich weg war?„Hardin, wir müssen …“ Eine Sekunde Pause. „Was ist das denn?“, fragte Eliot.„Offensichtlich eine schlafende Assistentin … In meinem Büro …“ Meine Worte schmeckten bitter. Warum zum Teufel schlief Miss Clarke ständig so viel?„Meine Güte. Das solltest du besser verstecken.“„Was?“ Ich sah ihn an. Ich fürchtete schon, er könne meine Gedanken lesen.„Sie ist ja so schon grässlich, aber im Schlaf … Wahnsinn. Da übertrifft sie sich selbst, Hardin.“„Lass das“, wies ich ihn zurecht.Eliot knallte die Mappe auf meinen Schreibtisch, was ein lautes Geräusch verursachte, doch Miss Clarke rührte sich noch immer nicht. „Nein, im Ernst. Überleg doch mal. Wen





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