EVE

Alle seine Hauptbankkonten schienen Offshore-Holdinggesellschaften zu sein. Ich verfolgte 27 Konten zurück nach St. Lucia, auf die Seychellen und nach Samoa. Ich fand heraus, dass er astronomische Mengen an Immobilien in jeder großen Weltmetropole besaß – Paris, New York City, Los Angeles, Hongkong, Tokio, Moskau, Buenos Aires, Mexiko-Stadt, London, was auch immer. Wir sprechen hier von hunderten Millionen Dollar.

Und da waren die Bauunternehmen seiner Familie noch nicht einmal eingerechnet.

Aber das Nützlichste, was ich fand, war seine private Handynummer. Sie stammte von einem Satellitenanbieter aus der Schweiz, registriert auf eine Firma, die absolut nichts mit seinen sonstigen Unternehmen zu tun hatte.

Aber ich wusste, dass er es war. Ich hackte die SMS und las sie. Jede Menge langweiliger Kram über Geschäfte. Nachrichten von ein paar berühmten Supermodels und A-List-Schauspielerinnen aus Hollywood.

Ich wusste nicht, ob ich eifersüchtig sein oder mich entmutigt fühlen sollte, weil diese Frauen meine Konkurrenz waren.

Dann fiel mir wieder ein, dass sie überhaupt keine Konkurrenz waren. Grant Carlson war ein verdammtes Arschloch. Scheiß drauf, um ihn zu konkurrieren! Ich würde ihn bis auf die Grundmauern niederbrennen.

Der Gnadenstoß war, dass ich die GPS-Koordinaten seines Handys der letzten 48 Stunden hackte. Er war immer noch in Los Angeles. Und rate mal, wo er Samstagnacht zwischen 22 und 23 Uhr war?

Im Dubai Hotel in Los Angeles, Kalifornien.

Eve lässt das Mikrofon fallen und brüllt: »ICH BIN RAUS, IHR SCHLAMPEN!«

Ich schickte ihm folgende Nachricht von einer Nummer, die ich online über einen nicht zurückverfolgbaren Account aktiviert hatte:

St. Lucia, Seychellen, Samoa. Rate mal, was all diese Dinge gemeinsam haben?

27 Dinge, um genau zu sein.

Ich will mein verdammtes Handy zurück, Arschloch.

Dann wartete ich.

Ich hörte absolut nichts.

Es war allerdings auch Sonntagnacht. Ich war fast 36 Stunden ohne Schlaf ausgekommen, war völlig erschöpft und musste morgens arbeiten.

Also ging ich ins Bett, überzeugt davon, dass Grant Carlson sich am nächsten Morgen beim Aufwachen in die Hose machen würde.

Das Einzige, was mich wirklich wurmte, war, dass ich einfach nicht aufhören konnte, an ihn zu denken.

Ich konnte nicht aufhören, an den Sex zu denken. Seinen Schwanz. Seine Küsse.

Ich konnte nicht aufhören, daran zu denken, was er getan hatte, was er gesagt hatte, wie er gerochen hatte, wie er sich angefühlt hatte, als er in mir war.

Ich konnte nicht aufhören, daran zu denken, wie ich nackt in der Öffentlichkeit gestanden und unfassbaren Sex gehabt hatte – nur wenige Meter entfernt von Menschen, die mich nicht sehen konnten.

So etwas hatte ich noch nie getan.

Hättest du mich vor letzter Nacht gefragt, ob mir so etwas gefallen würde, hätte ich gesagt: auf GAR KEINEN Fall!

Aber es gefiel mir.

Er hatte mich aus meiner gewohnten Hülle herausgeholt und mich dazu gebracht, etwas zu tun, wozu ich von allein niemals den Mut gehabt hätte … und ich habe es geliebt.

Und danach war er einfach abgetaucht und hatte sich wie das letzte Arschloch benommen.

Ich hasste ihn dafür, dass er nach so einem Sex einfach von mir weggegangen war …

Aber paradoxerweise führte es nur dazu, dass ich ihn noch mehr wollte. Er war das genaue Gegenteil von all den klammernden, bedürftigen Typen, mit denen ich sonst zusammen gewesen war. Die Sorte Mann, die einfach nur heilfroh war, flachgelegt zu werden, und bei jeder Gelegenheit vor einem im Staub kroch.

Ich war so wütend auf ihn … aber irgendwie hat es mich auch extrem scharf gemacht.

Es war eine ziemlich gestörte Art von Obsession.

Ich lag da, wälzte mich von einer Seite auf die andere und konnte nicht schlafen … bis ich schließlich nachgab und anfing, es mir selbst zu machen. Ich stellte mir vor, wie er mich massierte … mich streichelte … mich leckte …

Ich kam wie eine Rakete.

Einigermaßen befriedigt und mit einem breiten Grinsen im Gesicht schlummerte ich schließlich ein.

Du hast mich gefickt, Mister Geheimgang-Milliardärs-Architekt … jetzt werde ICH dich ficken.

Keine Antwort von Grant, als ich um 7 Uhr aufwache. Er ist Milliardär; vielleicht schlafen die länger.

Es regt mich zwar immer noch auf, aber ich mache mich fertig und fahre zur Arbeit.

Ich laufe an den starrnden Blicken der Typen in den Cubicles vorbei und betrete mein privates Büro. Kein Eckbüro, aber hey – es hat ein Fenster, und ich kann die Tür zumachen und habe meine absolute Ruhe.

Rate mal, wer da hinter meinem Schreibtisch sitzt.

Er ist genau so umwerfend wie am Samstagabend. Heute trägt er einen anthrazitgrauen Anzug mit einer dunkelroten Seidenkrawatte und dasselbe verschmitzte Lächeln, während er mein Handy hochhält.

»Wie gewünscht«, grinst er. »Übrigens, nettes maßgeschneidertes Sicherheitssystem. Mein Tech-Team konnte es absolut nicht knacken.«

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