EVE

Vor lauter Schreck lasse ich tatsächlich meine Handtasche fallen. Mein Mund bleibt sperrangelweit offen stehen.

Er steht vom Schreibtisch auf und kommt herum. Er schließt die Tür, während er sich vor mir aufbaut und mich überragt.

Ich kann ihn wieder riechen – diesen berauschenden Duft, den er vermutlich von irgendeinem Parfumeur in Paris eigens hat anfertigen lassen.

»Hättest wohl nicht gedacht, dass ich dich wirklich aufspüre, was?«, knurrt er spielerisch.

»Was – was machst du hier?«, keuche ich.

»Nun, wenn mir eine Frau eine drohende Nachricht bezüglich meiner Bankkonten schickt, schreck ich gewöhnlich auf und schenke ihr meine volle Aufmerksamkeit.«

Ich laufe glühend rot an. »Ich wollte doch nur mein Handy zurück!«

»Sicher wolltes du das«, sagt er, beugt sich vor und küsst mich.

Ich bin viel zu überrumpelt, um irgendetwas zu tun, außer es geschehen zu lassen.

Innerhalb von Sekunden werden meine Knie weich. Seine Arme schlingen sich um meine Taille und ziehen mich fest an sich. Seine Zunge teilt meine Lippen. Seine Hände gleiten hinunter und umfassen meinen Hintern –

»Nein, hör auf«, keuche ich und drücke ihn weg.

»Warum?«, fragt er ungezogen mit hochgezogener Augenbraue.

»Du bist einfach von mir weggegangen!«, zische ich.

»Und jetzt bin ich wieder da«, grinst er.

»Ich – ich – du kannst nicht einfach so abhauen und dann hier so auftauchen!«

»Warum denn nicht?«, fragt er, während er seinen Kopf an meinem Hals schmiegt. Meine Beine können mich kaum noch aufrecht halten. »Du hast mich doch herbeordert.«

»Damit du mir mein Handy zurückgibst!«

»Erledigt. Und jetzt gebe ich dir noch etwas anderes.«

Ich versuche mir auszumalen, was dieses »etwas anderes« sein soll, während er anfängt, an meinem Ohrläppchen zu knabbern. Ich bin einer Ohnmacht nahe, so scharf bin ich.

»Ich bin bei der Arbeit«, protestiere ich. »Hier könnte einfach jemand reinkommen.«

Er drückt den Sperrknopf an meiner Türklinke nach unten.

»Sie könnten klopfen!«, sage ich.

Er schnappt sich einen Post-it-Zettel und schreibt ein paar Worte darauf:

In Besprechung – BITTE NICHT STÖREN

Dann öffnet er die Tür, klatscht das Post-it von außen dran, schließt sie wieder und schließt ab.

Er sieht mich an, als wollte er sagen: So, noch irgendwelche Einwände?

»Das ist verrückt«, flüstere ich.

»Ja, das ist es«, sagt er. »Eve?«

»… ja?«

»Gib mir, was ich will«, knurrt er und küsst mich erneut voll auf den Mund.

Gib mir, was ich will.

Oh Mann.

Ich werde ganz weich in seinen Armen, während er mich küsst.

Diesmal umfassen seine Hände meinen Hintern und ziehen mich gegen sich. Ich kann seinen Schwanz wieder spüren, dick, aber noch nicht ganz hart in seiner Hose … obwohl er zusehends härter wird.

Ich kämpfe gegen mein aufsteigendes Verlangen an und versuche, Gründe zu finden, warum ich das nicht weiter treiben sollte.

Gott allein weiß, wie weit er es treiben will.

Wahrscheinlich aufs Ganze.

Leider hält mich dieser Gedanke absolut nicht davon ab.

Er macht mich einfach nur feucht.

»Wir können das nicht tun«, stöhne ich, als er an den Haaren in meinem Nacken zieht und meinen Hals für seine Küsse freilegt.

»Du hast recht, wir sollten das nicht tun«, murmelt er, während er meinen Hals hinunter bis zum V-Ausschnitt meiner Bluse küsst.

Aber dieses »Wir sollten das nicht tun« weckt Erinnerungen an den Samstagabend und bricht den Bann.

»Ohoooo nein, diesen Jedi-Gedankentrick ziehst du nicht noch mal bei mir ab«, sage ich und drücke seinen Kopf von meinem Dekolleté weg.

Er grinst. »Hast du etwa noch nie davon fantasiert, Sex im Büro zu haben?«

Ehrlich gesagt habe ich schon davon fantasiert, Sex im Büro zu haben. Es gab viele einsame, geile Nächte, in denen ich Last-Minute-Projekte abgearbeitet habe, obwohl ich eigentlich nur einen richtig guten Fick wollte.

Er sieht mir an den Augen an, dass die Antwort »Ja« lautet. Und ab da weiß er, dass ich am Haken hänge. Es geht nur noch darum, mich einzuholen.

»Hast du noch nie daran gedacht, es auf deinem Schreibtisch zu treiben? Auf genau diesem Schreibtisch da?«, fragt er und deutet mit dem Kopf hinter mich. »Hast du noch nie daran gedacht, dass ein Typ dich hochhebt …«

Während er spricht, packt er mich unter den Beinen und hievt mich in die Luft. Ich unterdrücke einen Schrei, weil ich nicht will, dass mich draußen jemand hört – aber was er tut, macht mich rasend scharf.

»… und dich auf deinen Schreibtisch legt … und einfach alle Papiere herunterfegt …«

Er pfeffert einen Stapel Papiere auf den Boden.

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