EVE

Mein Orgasmus, der bereits abgeklungen war, gipfelt plötzlich in einem neuen, als ich spüre, wie er in mir spritzt.

Durch den Schleier meiner Ekstase wünsche ich mir klammheimlich, er würde kein Kondom tragen, damit ich den heißen Schwall seines Spermas in mir spüren könnte, wie er mich ausfüllt.

Er lehnt sich stöhnend über meinen Rücken, während die kleinen Kontraktionen von zwei pro Sekunde auf eine pro Sekunde verlangsamen, bis sie schließlich nur noch in unregelmäßigen kleinen Impulsen pulsieren. Er küsst meinen Rücken, dann meinen Hals und streichelt sanft meine Brüste.

Ein Schauder läuft mir über die Haut.

Dann richtet er sich auf … sein Schwanz gleitet heraus … und er ist weg.

Er dreht mich um und küsst mich lang, tief, langsam, sinnlich. Seine Hände wandern über meinen nackten Körper, umfassen meinen Hintern und streicheln meine Haut.

Als er sich von mir löst, halte ich die Augen noch für einige Sekunden geschlossen. Ich bin wie verzaubert. Das alles ist wie ein Traum.

Das kann nicht wirklich passiert sein … oder etwa doch?

Ich bin wohl doch diese Art von Mädchen … mit dem richtigen Mann.

Als ich schließlich die Augen öffne, lächelt er mich von oben herab an. Das Kondom ist verschwunden, sein Schwanz – noch immer steif – ist wieder in seiner Hose. In der einen Hand hält er mein Kleid, in der anderen meine Clutch.

Er presst sie gegen meine nackte Brust, und ich greife danach, um mich zu bedecken, plötzlich völlig befangen.

Er beugt sich vor und gibt mir noch einen letzten Kuss.

»Das war unglaublich«, flüstert er mir ins Ohr.

Ich nicke, unfähig zu sprechen. »Unglaublich« ist noch maßlos untertrieben.

»Bis bald«, grinst er, dreht sich auf dem Absatz um, geht zum anderen Ende der Kolonnade und ist verschwunden.

WAS ZUM FICK?!

Ich stehe da, in absoluter und vollständiger Schockstarre. Der beste Sex meines Lebens, und der Kerl – dieser unglaublich heiße, mächtige, reiche, brillante Kerl – haut einfach ab und lässt mich nackt auf einem Vorsprung in einem Geheimgang vier Stockwerke über dem Sunset Boulevard zurück.

WAS ZUM FICK?!

Hastig ziehe ich mein Kleid über, beschämt über das, was ich getan habe. Ich blicke zurück zu den Leuten hinter dem Spiegel, aber sie sind völlig ahnungslos. Zumindest habe ich keine Zeugen für meine peinliche Misere.

Außer dem Mistkerl, der gerade rausspaziert ist.

Ich kann nicht glauben, dass ich das getan habe. Ich kann nicht glauben, dass ich ihn das mit mir machen lassen habe.

Und dann haut er einfach ab!

Was für ein verdammtes ARSCHLOCH!

IDIOT!

VERDAMMTER WICHSER!

Ich hebe meinen Slip vom Betonboden auf. Hier oben ist es staubig, also werde ich ihn auf keinen Fall wieder anziehen. Ich öffne meine Clutch, um ihn hineinzustopfen –

Und merke, dass etwas nicht stimmt.

Sie ist ein wenig zu leicht.

Ich sehe hinein.

Mein Portemonnaie ist da – kein Geld fehlt –

Aber mein Handy ist weg.

Heilige Scheiße, ich werde Grant Carlson UMBRINGEN, wenn er mir noch einmal über den Weg läuft.

Dann fängt mein Hirn an zu arbeiten.

Nein, ich werde Grant Carlson das Leben zur Hölle machen, UND ZWAR SO SCHNELL WIE HUMAN MÖGLICH. Berühmter Architekt hin oder her, der Kerl geht verdammt noch mal UNTER.

Ich gehe zum Ende der Kolonnade, genau dorthin, wo er herausgegangen ist. Für einen kurzen Moment habe ich Angst, dass man irgendeinen geheimen Mechanismus auslösen muss, um rauszukommen, so wie er es bei der anderen Tür getan hat. Panik steigt in mir auf, dass ich hier oben auf diesem Vorsprung festsitze und vor Durst sterben werde – oder noch schlimmer, dass ich gegen das Glas hämmern muss, bis mich jemand holt, und ich dann erklären muss, was zur Hölle ich überhaupt auf diesem Vorsprung zu suchen hatte.

Aber dann sehe ich die Klinke.

Ich drücke sie herab … Klick.

Die Tür führt in eine weitere schummerige Nische. Keine fünf Meter entfernt kann ich das hell erleuchtete Foyer des Ballsaals sehen.

Ich überprüfe die andere Seite der Tür. Fehlanzeige – keine Klinke. Wieder eine geheime Tür.

Ich vergewissere mich, dass ich alles habe (bis auf mein Handy – grrrr), denn ich werde ganz sicher nicht mehr auf diesen Balkon zurückkommen, sobald die Tür zufällt. Dann lasse ich die Tür ins Schloss fallen und lege einen so eleganten Auftritt hin, wie ich nur kann, während ich zurück in den Ballsaal spaziere – in der Hoffnung, dass niemand merkt, dass ich es gerade in einem Geheimgang getrieben habe. Vor zwanzig Leuten auf der anderen Seite eines Spiegels. Und dass ich zurzeit unten ohne unterwegs bin.

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