Der Witwerund das Kindermädchen
Der Witwerund das Kindermädchen
Por: Maddu Nascimento
KAPITEL 1:

Von ihrem Verlobten und ihrer eigenen Schwester verraten, beschließt Ayla, ihr Leben in einer fernen Stadt neu zu beginnen, entschlossen, ihr Vertrauen wieder aufzubauen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch was sie nicht als einen glücklichen Tag akzeptierte, wurde zu einer ärgerlichen Angelegenheit.

Der eisige Wind umarmt mich, sobald ich den Flughafen verlasse. Ich atme tief ein.

Ich überprüfe auf meinem Handy die Adresse des Hotels, hebe die Hand und halte ein Taxi an. Genau in dem Moment, in dem ich die Tür öffne, öffnet sich auch die auf der gegenüberliegenden Seite.

— Acaciastraße, bitte. — Die männliche Stimme, fest, erfüllt das Auto.

Ich drehe mich um und runzle die Stirn.

— Dieses Taxi ist bereits besetzt. — Meine Stimme klingt fest... aber zittrig.

Er sieht mich an, und für einen Moment verschwindet die Luft aus meinen Lungen. Schwarze Augen, intensiv, kalt. Markanter Kiefer, zerzaustes dunkles Haar. Nichts an ihm gerät ins Wanken.

— Ok. — Er zuckt mit den Schultern und sieht den Fahrer an. — Ich habe es eilig. Fahren Sie.

Ich balle die Fäuste. Diese Dreistigkeit. Als hätte ich in den letzten Stunden nicht schon genug durchgemacht.

— Wenn Sie es so eilig haben, schlage ich vor, dass Sie sich ein anderes Taxi suchen. Dieses hier hat bereits eine Besitzerin. — schneide ich bitter.

Er zündet sich eine Zigarette an und wirft sich mit einer irritierend eleganten Bewegung die Haarsträhnen nach hinten. Er schenkt mir ein schiefes, zynisches Lächeln... und irgendwie gefährlich schön.

— Ist das alles?

Ich halte den Atem an, meine Nägel graben sich in meine Beine. Ich sollte weinen, um eine Atempause vom Leben flehen... Aber nein. Ich streite mich wegen eines Taxis.

— Ich werde mit Ihnen in diesem Auto nirgendwohin fahren. — sage ich bitter.

Er lacht. Und dieses Geräusch... sollte mich irritieren, aber stattdessen jagt es mir einen Schauer über den Rücken. Da ist etwas an ihm, das provoziert und gleichzeitig warnt. Ein klares, anzügliches Lächeln... Aber die Augen? Reine Schatten.

— Und worauf warten Sie? — zieht er an der Zigarette und lässt den Rauch entweichen. — Steigen Sie aus.

Ich öffne den Mund, bereit, alles auf ihn zu schleudern, was mich erstickt seit... Seit ich meinen Verlobten mit meiner eigenen Schwester im Bett gefunden habe. Das Bild pocht wie eine offene Wunde. Die Versprechen, die Lügen, alles implodierte innerhalb von Minuten. Er beschuldigte mich. Sagte, ich hätte ihn betrogen. Dabei war er es, der alles zerstört hat.

Fliehen war alles, was mir blieb. Bevor diese Stadt auch mich zerstören würde.

— Ruhig! — mischt sich der Fahrer nervös ein. — Das lässt sich klären. Fräulein, wohin fahren Sie?

Ich atme tief ein und schlucke meinen Stolz herunter.

— Grand Palace Hotel.

Der Fahrer lächelt erleichtert.

— Großartig, das liegt auf dem Weg unseres Freundes hier. Ich nehme Sie beide mit.

Ich verschränke die Arme, schnaube und sehe diesen Mann an. Er zieht an der Zigarette und schaut aus dem Fenster, gleichgültig. Die Entscheidung liegt bei mir.

Ich gebe nach.

— In Ordnung. — Meine Stimme klingt rauer, als ich wollte.

Das Taxi fährt los. Ich beobachte die Stadt durch das Fenster, fremd, unbekannt... und plötzlich erscheint mir auch alles, was ich bin, fremd.

— Und Sie, mein Herr? — fragt der Fahrer und durchbricht die Stille. — Wohin fahren Sie?

Er wirft den Zigarettenstummel nach draußen.

— Friedhof der Blumen.

Ich drehe mich zu ihm um, überrascht. Und erst dann bemerke ich die Details. Schwarzer Anzug, makellos. Harte Miene. Leerer Blick. Er ist auf dem Weg zu einer Beerdigung.

Meine Brust zieht sich zusammen.

— Von wem...? — entfährt es mir, ohne dass ich es verhindern kann.

Er sieht mich an, als hätte er die Frage nicht erwartet.

— Klingt das nicht unangebracht?

— In diesem Taxi zu sein auch. — entgegne ich.

Für einen Moment meine ich fast, ein Lächeln zu sehen. Aber es verfliegt schnell.

— Meine Frau. — Die Stimme kommt trocken, schneidend.

Ich spüre, wie mein Körper sich versteift.

— Es... tut mir leid. — murmele ich aufrichtig.

Er beobachtet mich lange. Dann krümmen sich seine Lippen. Nicht aus Traurigkeit. Es ist etwas... Dunkleres.

— Tun Sie das nicht. — Er öffnet die Tür und steigt bereits aus. — Ich bin erleichtert, dass sie endlich gestorben ist.

Ich erstarre.

Bevor ich es verarbeiten kann, steigt er aus und verschwindet in Richtung des Friedhofs.

Er lässt den Geruch von Zigaretten zurück... und ein elegantes, schweres Feuerzeug, mit eingravierten Initialen im Relief: J.B.

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