Der Morgen begann mit dem Geruch von nasser Erde. In der Nacht hatte es geregnet, und im Hof standen noch kleine Wasserpfützen zwischen den Steinen. Alya trat mit einem Eimer in den Händen hinaus, bereit, einige Kräuter zu sammeln, die nahe am Zaun wuchsen. Der Wind war noch kühl, doch die Sonne begann bereits, die Blätter zu wärmen.Sie ging gedankenverloren, barfuß, spürte den feuchten Boden unter ihren Füßen. Dann blieb sie plötzlich stehen. Ihr Blick fiel auf eines der Holzstücke im Zaun, ein Brett nahe dem Seitentor.Dort war ein Kratzer, eingeritzt mit etwas Spitzem. Kein Kindermal, keine Spur vom Wind. Es war ein Symbol. Eine einfache Linie, die sich mit einer anderen verschlang, fast wie zwei Buchstaben, aber ohne klare Bedeutung. Trotzdem lief Alya ein Schauer über den Rücken.Langsam strich sie mit dem Finger darüber. Die Kerbe war tief. Frisch.— Seltsam… — murmelte sie und runzelte die Stirn.Für einen Moment dachte sie daran, es zu ignorieren. Doch das ungute Gefühl blieb
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